Zeitumstellung und Wildunfälle: So vermeidest du teure Zusammenstöße


Statistik: Anzahl der Wildunfälle in Deutschland

Die Zeitumstellung steht wieder bevor und damit auch eine erhöhte Gefahr von Wildunfällen auf Deutschlands Straßen. Laut einer Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden im Jahr 2020 mehr als 270.000 Unfälle mit Wildschaden gemeldet. Das bedeutet, dass alle zwei Minuten ein Autofahrer in Deutschland eine unliebsame Begegnung mit einem Wildtier auf der Straße hat. Besonders gefährdet sind dabei Rehe, die in rund der Hälfte aller Zusammenstöße mit Wildtieren verwickelt sind. Auch Hasen und Kaninchen sind in etwa jedem zehnten Unfall beteiligt.

Kosten eines Wildunfalls

Ein Wildunfall kann schnell teuer werden. Der durchschnittliche Schaden beläuft sich auf rund 3.000 Euro, wie der ADAC bekanntgegeben hat. Dieser Betrag wird in der Regel von der Teil- oder Vollkaskoversicherung übernommen. Für Autofahrer ohne Versicherungsschutz kann ein Wildunfall jedoch sehr kostspielig werden.

Maßnahmen zur Vermeidung von Wildunfällen

Damit es erst gar nicht zu einem Wildunfall kommt, ist vorausschauendes Fahren unerlässlich. Insbesondere auf Strecken durch Wälder, an Lichtungen und Feldern ist mit einem erhöhten Aufkommen von Wildtieren zu rechnen. Hier einige Maßnahmen, die du beachten solltest:

Vorausschauendes Fahren

Es ist wichtig, dass du dein Fahrtempo anpasst und stets bremsbereit bist. Wenn ein Tier unerwartet auf der Straße auftaucht, heißt es: „Runter vom Gas!“ Durch eine reduzierte Geschwindigkeit kannst du die Reaktionszeit erhöhen und möglicherweise einen Zusammenstoß verhindern.

Fernlicht und Hupe

Um das Wild nicht unnötig zu irritieren, solltest du bei nächtlichen Fahrten das Fernlicht abblenden. Durch das Fernlicht fühlen sich Wildtiere geblendet und können in Panik geraten oder auf die Straße springen. Eine weitere Möglichkeit, das Tier von der Straße zu scheuchen, ist das Betätigen der Hupe.

Zeitumstellung als Risikofaktor

Die Zeitumstellung kann zusätzlich als Risikofaktor für Wildunfälle wirken. Durch den Wechsel von Winter- auf Sommerzeit verschiebt sich der Rhythmus von Mensch und Tier. Wildtiere sind auf der Suche nach Nahrung und überqueren dabei auch Verkehrswege. Besonders kritisch sind die Zeitabschnitte am Morgen (meist 5 bis 7 Uhr) und am späten Abend (21 bis 23 Uhr) sowie in der Nacht und bei Nebel. Statistisch gesehen ist die Gefahr eines Wildunfalls im April und Mai auch höher als in anderen Monaten.

Verhalten nach einem Wildunfall

Sollte es dennoch zu einem Wildunfall kommen, gibt es bestimmte Regeln, die du beachten solltest. Das Wichtigste ist zunächst einmal, die Unfallstelle für andere Verkehrsteilnehmer abzusichern. Schalte nach der Kollision die Warnblinkanlage deines Wagens ein und sichere die Unfallstelle, indem du Warndreieck und Warnweste verwendest. Verständige zudem umgehend die Polizei, damit diese den Unfall aufnehmen und weitere Maßnahmen einleiten kann.

Es ist ratsam, verletzte Tiere nicht selbst anzufassen. Dies sollte Fachpersonal wie Förstern oder Tierärzten überlassen werden. Wenn du ein totes Tier von der Straße entfernen möchtest, solltest du unbedingt Handschuhe tragen, um dich vor Infektionskrankheiten zu schützen. Lebenden Tieren solltest du hingegen aus sicherer Entfernung beobachten und ihnen nicht folgen. Falls das Tier verletzt und auf der Flucht ist, ist es besser, Förster oder Polizei darüber zu informieren, in welche Richtung es verschwunden ist. Dadurch können sie das Tier leichter finden und behandeln. Es ist auf keinen Fall erlaubt, ein Wildtier mitzunehmen. Dies würde den Tatbestand der Wilderei erfüllen, was strafbar ist.

Falls du eine Wildschadenbescheinigung für deine Versicherung benötigst, kann dir diese ein Förster, der Jagdpächter oder auch die Polizei ausstellen.

Fazit:

Die Zeitumstellung kann eine erhöhte Gefahr von Wildunfällen mit sich bringen. Durch vorausschauendes Fahren, Anpassung des Fahrtempos und das Abblenden des Fernlichts kann das Risiko minimiert werden. Im Falle eines Wildunfalls ist es wichtig, die Unfallstelle abzusichern und Fachpersonal zu informieren. Eine Kfz-Versicherung bietet Schutz vor den finanziellen Folgen eines Wildunfalls.